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Herausforderung und Chance

Der Umgang sowohl politisch als auch gesellschaftlich mit dem Thema Flüchtlinge stellt auch in diesem Jahr unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Doch wieso sehen wir immer nur das Negative? Ist es nicht gerade jetzt an der Zeit, einen Neubeginn zu wagen und einen gravierenden Umbruch in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens in der BRD zu initiieren? Nicht nur, dass die neuen Kulturen, die in unser Land strömen, eine Bereicherung darstellen, sondern es ergeben sich auch neue Märkte. Das heißt die Wirtschaft kann im großen Maße daran profitieren und somit wir alle!

Sozialpolitisch gesehen stellt der Umstand, dass wir als sozialpädagogische Fachkräfte mit dieser Situation alleine gelassen werden, ein Pulverfass dar! Erzieher und Pädagogen müssen auf die neue Aufgabe durch eine veränderte Ausbildung und durch entsprechende Weiterbildungen auf ihre erweiterten Aufgabenfelder vorbereitet werden. Hier sollten praktische Lösungen vor wissenschaftlich ausgeklügelten Konseptionen stehen. Wir brauchen die Lösungen jetzt und nicht erst in 20 Jahren!

Verwerflich ist jedoch die Form der Argumentation mancher Politiker, die mit der Angst der Bürger auf Stimmenfang gehen und so eine Kultur des Misstrauens säen. Alleine die Behauptung, dass Straftaten zugenommen haben und dass dem Terror Tür und Tor geöffnet werde, ist schlichtweg falsch. Durch diese “Biedermeier und die Brandstifter”-Mentalität verhindern diese Gruppen, dass wertvolle menschliche Ressourcen und Know-How, welches die in der Regel gut ausgebildeten Flüchtlinge mitbringen, unserer Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden.

Ganz abgesehen davon, dass Deutschland, aus der Geschichte des Landes hervorgehend, eine ganz besondere Verpflichtung zur Humanität hat. Diese Verpflichtung obliegt dem Land für alle Zeiten und es darf eben nicht ein “Genug ist Genug”-Denken geben.

Auch Behauptungen wie, dies ist ein neues, noch nie dagewesenes Phänomen, sind nicht richtig. Schauen wir uns einmal den Lauf der Geschichte in größeren Zeitabständen an, so werden wir feststellen, dass es zu jeder Zeit Flüchtlingswellen und Völkerwanderungen gab.

Maßgeblich ist jedoch die Frage: Kann sich eine Kultur so verändern und anpassen, so dass etwas Neues entsteht?

Ohne Veränderung ist eine Kultur, das zeigt sich in der Geschichte der Menschheit deutlich, in Auflösung. Völker kommen und gehen! Durch einen Zustrom neuer Bürger verändert sich die Landschaft und wird weltpolitisch gesehen dadurch stärker und produktiver. Meinungen wie “Wir verlieren unsere Deutschen Wurzeln dadurch.” sind irrelevant. Weder gab, noch gibt es die deutschen Wurzeln. Die Germanen waren eine Gruppe von Stämmen, die durch Teile des Landes zog und sich von Anfang an mit anderen Völkern vermischten. So ist eine solche Argumentation ad absurdum geführt.

Blicken wir nach vorne und schaffen gemeinsam eine neue Welt, in der Kriege, egal ob Glaubens- oder Wirtschaftskriege, keine Rolle mehr spielen. Um als Menschheit zu überleben, müssen wir die Vorurteile der einzelnen Religionen gegeneinander ablegen. Wir alle sind Weltbürger, nur gemeinsam schaffen wir es, dass Frieden hergestellt wird und wir uns endlich um das Überleben der Menschheit und die immer knapper werdenden Ressourcen, die Umweltverschmutzung unseres blauen Planeten, die Zertörung der Artenvielfalt und das Besiegen von Hungersnöten und Krankheiten kümmern können.

Einen ersten und entscheidenden Schritt können wir mit einer echten Willkommenskultur in der BRD machen. Flüchtlinge als Menschen zu behandeln, die hier nicht nur geduldet, sondern willkommen sind. Dies zu proklamieren macht nur dann Sinn, wenn wir es schaffen, dafür einen breiten Rückhalt und Zustimmung in der Bevölkerung zu erhalten. Akzeptanz reicht hier nicht aus, da Akzeptanz und Tolerieren immer mit Einschränkungen verbunden sind.

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